Tor zur Welt – Sha’ar laOlam – Bab l’alAlem e. V. fördert Begegnungsarbeit innerhalb Israels und über Ländergrenzen hinweg.
Ein Schwerpunkt ist die Unterstützung der Begegnungsstätte Sha’ar laAdam – Bab l’Insan in Galiläa, die von unserer israelischen Partnerorganisation Amuta Sophia getragen wird.
Der Verein unterstützt und organisiert Projekte, in denen Menschen gemeinsam lernen, bauen, reisen, spielen und Verantwortung übernehmen.
Mit Spenden, Mitgliedsbeiträgen und persönlichem Engagement fördern wir konkrete Begegnungen und helfen dabei, die Infrastruktur der Begegnungsstätte weiterzuentwickeln und ihren täglichen Betrieb zu sichern.
Foto: Unbekannt / Tor zur Welt … e. V.
01
Bau- und Jugendcamps
Gemeinsames Arbeiten verbindet praktische Aufgaben mit unmittelbarer Begegnung.
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02
Friedensübungswoche
Menschen verschiedener Kulturen und Religionen kommen für Austausch und gemeinsames Üben zusammen.
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03
Studienreisen
Reisen erschließen Geschichte, Gegenwart und unterschiedliche Lebenswirklichkeiten vor Ort.
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04
Theaterprojekte
Mehrsprachige Produktionen schaffen einen künstlerischen Raum für gemeinsames Erleben.
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05
Begegnungen vor Ort
Der Verein unterstützt auch innerisraelische Initiativen und Beziehungen in der Region.
Chronik
Begegnung über Jahrzehnte.
Vier Zeiträume erzählen von den Menschen, Projekten und Entwicklungsschritten, die den Verein und die Begegnungsstätte geprägt haben.
Ilse Wellershoff-Schuur begegnet auf einer internationalen Waldorflehrertagung in Dornach Lehrern aus dem Kibbuz Harduf.
Eine erste Reise nach Israel führt nach Harduf; daraus entwickeln sich weitere Konfirmationsreisen im Familienumfeld.
Unter Jugendlichen entsteht die Vision, die Erfahrungen einer solchen Reise auch anderen jungen Menschen zu ermöglichen.
Das erste Jugendlager findet mit 16 jungen Menschen aus der Oldenburger Gemeinde der Christengemeinschaft statt.
Auf dem zentralen Spielplatz in Harduf wird eine Pergola gebaut.
Zur Begegnung gehört die Aufführung von Max Frischs „Nun singen sie wieder“.
Beim zweiten Jugend-Baucamp arbeiten mehr als 30 Teilnehmende aus ganz Deutschland in Harduf.
Im Gespräch zwischen Amin Sawa’ed, Ya’akov Arnan, Ilse Wellershoff-Schuur und Jugendlichen entsteht die Idee einer interkulturellen Begegnungsstätte.
Tor zur Welt – Sha’ar laOlam – Bab l’alAlem e. V. wird mit Sitz in Oldenburg gegründet.
Im Vorfeld des Israelbesuchs wird Michael Endes „Die Spielverderber“ aufgeführt.
Das dritte Jugend-Baucamp bringt mehr als 30 Teilnehmende, nun auch aus weiteren Ländern, zusammen.
In Beit Elisha entstehen eine Pergola und ein Reitplatz für therapeutisches Reiten.
Ein Sommerseminar bereitet ältere Jugendliche und Erwachsene darauf vor, künftige Jugendbegegnungen mitzutragen.
Das vierte Jugend-Baucamp findet während der Zweiten Intifada mit einer kleinen Gruppe von zwölf Teilnehmenden statt.
Erstmals wird im Beduinendorf Sawa’ed El-Homeira gearbeitet: Ein Kindergartenspielplatz und eine Pergola entstehen.
Die Gruppe führt „Der kleine Prinz“ auf.
Der Kibbuz Harduf stellt Waldland zwischen Harduf und dem Beduinendorf Kaabia für die Begegnungsstätte zur Verfügung.
Ein erstes großes Seminar versammelt Interessierte aus der Region; eine Feuerstelle bildet den Anfang des späteren Steinkreises.
Die israelischen Partner gründen die gemeinnützige Amuta Sophia als Trägerin der Begegnungsstätte.
Das fünfte Jugend-Baulager vereint Teilnehmende aus verschiedenen europäischen Ländern.
Die Bauprojekte verlagern sich auf das neue Gelände; der Steinkreis wird mit einfachen Mitteln eingeebnet.
In Hannover findet das erste Begegnungscamp in Deutschland mit arabischen und jüdischen Jugendlichen aus Galiläa statt.
Unter Leitung von Peter Lampasiak entsteht ein Bodenmosaik zum Propheten Jona.
Anschließend folgt das sechste Jugend-Baucamp in der Begegnungsstätte.
Beim siebten Jugend-Baucamp werden Fundamente für Wohnzelte angelegt.
Eine kleine Kerngruppe führt während des Libanonkriegs das achte Jugend-Baucamp durch.
Das Gelände wird für Zelte und Jurten vorbereitet; zugleich entsteht die Idee für ein Andachtshaus.
Eine Studentengruppe arbeitet am Gästehaus im Dorf Sawa’ed El-Homeira.
In der benachbarten arabischen Stadt Shfa’amr wird eine Waldorfschule gegründet.
In Hannover entsteht das Jugendprojekt „Das Jüdische Krankenhaus gegenüber“.
Die erste Studienreise ins Heilige Land führt mit dem Verband der Sozialwerke der Christengemeinschaft in die Begegnungsstätte.
Das neunte Jugend-Baucamp wird von Berlin aus organisiert.
Zum zehnjährigen Vereinsjubiläum treffen sich Ehemalige in Berlin; zu diesem Zeitpunkt sind bereits mehr als 180 Jugendliche ins Heilige Land gereist.
Eine zweite Studienreise besucht die Begegnungsstätte.
Das dreisprachige Theaterprojekt „Nathan der Weise“ geht mit Beteiligten aus Galiläa auf Tournee durch Deutschland und die Schweiz.
Die erste internationale Friedensübungswoche bringt rund 80 Menschen aus aller Welt zusammen.
Die dritte Studienreise und das zehnte Jugend-Bau- und Theaterlager mit 17 Teilnehmenden finden statt.
Eine vierte Studienreise führt nach Galiläa.
Die Theaterschule aus Harduf tourt mit Zvi Shirs „Der Jude Einstein“.
Zur zweiten Friedensübungswoche kommen etwa 40 Menschen.
Die fünfte Studienreise verbindet das Heilige Land mit einem Programm in der Begegnungsstätte.
„Nathan der Weise“ wird bei der internationalen Jugendtagung Kairos dreisprachig aufgeführt; anschließend reist die deutsche Gruppe zu weiteren Aufführungen nach Israel.
Zwei weitere Jugend-Baucamps werden mit Gruppen aus Berlin und vom Bodensee durchgeführt.
Die sechste Studienreise findet statt.
Die dreisprachige „Middle East Side Story“ wird in Deutschland, der Schweiz und Israel aufgeführt.
Das 13. Jugendcamp und die dritte Friedensübungswoche fallen in denselben Zeitraum.
Nach Erteilung der Baugenehmigung beginnt die Arbeit an Dauerunterkünften und Natursteinfundamenten.
Ein Ersatzdienstprogramm für israelische Wehrdienstleistende entsteht.
Unterkünfte für Freiwillige, Gemeinschaftsküche, Toiletten und Duschen werden fertiggestellt.
Die siebte Studienreise und eine Studienwoche in Jerusalem finden statt.
Die Initiative „Common Path“ wird ins Leben gerufen.
Das internationale TEN-Programm beginnt.
Die vierte Friedensübungswoche findet statt.
Der Bau des Andachtshauses beginnt; zugleich wird eine Gästewohnung im Dorf Sawa’ed El-Homeira ausgebaut.
Die achte Studienreise besucht die Begegnungsstätte.
Ein Bundesfreiwilligendienst über die Freunde der Erziehungskunst beginnt.
Ein mehrtägiges Erzählerfestival findet statt und die Gruppenunterkunft wird auf 18 Betten erweitert.
Die neunte Studienreise und die fünfte Friedensübungswoche finden statt.
Der Schutzraum am Andachtshaus wird gebrauchsfertig.
Die zehnte Studienreise führt nach Galiläa.
Brandschutzauflagen machen Baumfällungen erforderlich; zugleich werden Hochdruckwasserleitungen und isolierte Stromkabel verlegt.
Das Midrasha-Programm beginnt als gemeinsames Orientierungshalbjahr für jüdische und beduinisch-arabische Schulabsolventen; dafür entstehen neue Gebäude.
Beim 14. Jugendbaulager arbeiten Teilnehmende aus Frankfurt gemeinsam mit der TEN-Gruppe.
Die elfte Studienreise und die sechste Friedensübungswoche finden statt.
Wegen der Corona-Pandemie müssen Reisen, Begegnungsprojekte und mehrere geplante Veranstaltungen entfallen.
Bundesfreiwilligendienst, TEN- und Midrasha-Programm werden dennoch fortgeführt; Midrasha erreicht 33 jüdische und arabische Teilnehmende.
Menschen aus einem sozialpsychiatrischen Rehabilitationszentrum arbeiten regelmäßig im Garten.
Eine kleine Gruppe beginnt, das geistige Leben im Andachtshaus zu tragen.
Die Mitgliederversammlung des Vereins findet erstmals digital statt; treue und neue Mitglieder beraten trotz ausbleibender Reisen gemeinsam über die weitere Unterstützung der Begegnungsstätte.
Junge Freiwillige leben und arbeiten unter den Bedingungen der Pandemie weiter in Galiläa – unter anderem in arabischen Schulen, bei Beit Elisha und im ökologischen Bereich.
Zwischen Schlafräumen und Gemeinschaftsküche entsteht in gemeinsamer Arbeit eine Pergola als neuer geschützter Treffpunkt.
Nach den stark eingeschränkten Pandemiejahren werden persönliche Begegnungen und längerfristige Aufenthalte wieder verlässlicher möglich.
Ehemalige Freiwillige kehren nach Sha’ar laAdam zurück; Iduna Kreissl begleitet die neue Freiwilligengemeinschaft mehrere Monate lang mit Musik und gemeinsamer Arbeit.
Die Verbindung zwischen Alumni und dem Ort wird zunehmend zu einem tragenden Teil der langfristigen Begegnungsarbeit.
Die zwölfte Studienreise führt nach Jerusalem und in die Begegnungsstätte.
Die siebte Friedensübungswoche widmet sich Resilienz und innerer Stärkung; Teilnehmende werden während des anschließenden Aufenthalts in Tel Aviv vom Angriff des 7. Oktober und seinen Folgen überrascht.
Die HaMila-Schauspielgruppe tourt durch die Schweiz und Deutschland und entscheidet sich trotz der erschütternden Nachrichten aus Israel, ihre künstlerische Arbeit fortzusetzen.
Der Verein begeht in Oldenburg sein 25-jähriges Jubiläum mit Weggefährtinnen und Weggefährten aus Deutschland und Galiläa.
Auch unter den Bedingungen des Krieges werden jüdisch-arabische Programme, Freiwilligendienste und Aktivitäten in der Begegnungsstätte fortgeführt.
Am 12. Juni bringt „El Tarik el Mushtaraka – Der gemeinsame Weg“ Musik, Theater, Lyrik und zivilgesellschaftliche Initiativen aus der Region zusammen.
Das Andachtshaus gewinnt als geistiger Schutz- und Begegnungsraum an Bedeutung; zugleich arbeitet Midrasha mit jüdischen und arabischen Jugendlichen weiter.
Mit Shlomit Shichur Reichman erhält die Regionalverwaltung eine neue Bürgermeisterin, die dem Anliegen der Begegnungsstätte verbunden ist.
Die Midrasha-Gruppe schließt ihr gemeinsames Halbjahr mit einer zweisprachigen Inszenierung der „Antigone“ ab – als Zeichen fortgesetzter Zusammenarbeit inmitten von Krieg und Misstrauen.
Die biologisch-dynamische Landwirtschaft wird um eine kleine Kuhherde erweitert; Milchverarbeitung, Bodenpflege und gemeinschaftliche Arbeit stärken den ökologischen Schwerpunkt.
Im Gespräch mit Iduna Kreissl wird die Entwicklung der Freiwilligenarbeit nach neun Jahren sichtbar: weniger Abenteuerreise, mehr bewusste Verantwortung, klare Aufgaben und Begegnung auf Augenhöhe.
Mit Miriam Glass Arnan verliert die Begegnungsstätte im August eine Mitbegründerin und prägende künstlerische, pädagogische und spirituelle Wegbegleiterin.
Amuta Sophia
Partner vor Ort
Verantwortung in Galiläa.
Die israelische gemeinnützige Organisation Amuta Sophia betreibt die Begegnungsstätte Sha’ar laAdam – Bab l’Insan.
Der deutsche Förderverein unterstützt den alltäglichen Betrieb, Begegnungsprogramme und bauliche Vorhaben. Dazu gehörten in den vergangenen Jahren insbesondere Gästewohnraum und das Andachtshaus als offener Raum für Stille, Meditation und Gebet.
Menschen mit unterschiedlichen Lebenswegen und langjährigen Verbindungen zur Begegnungsarbeit tragen gemeinsam Verantwortung für den Verein.
Foto: Unbekannt / Tor zur Welt … e. V.
Kurzbiografie
Anselm Schelcher
1999 nahm er während seiner Schulzeit erstmals an einem Sommer-Jugendlager in Harduf teil. Er studierte Islam- und Politikwissenschaften in Leipzig und wurde in ziviler Konflikttransformation ausgebildet. Fast zehn Jahre arbeitete er in der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe – mit regelmäßigen Aufenthalten in Israel und Palästina, im Nahen und Mittleren Osten sowie in Afrika.
Aufgewachsen in Dänemark und Norddeutschland, studierte er Islam- und Politikwissenschaft in Freiburg und Jerusalem. Praktika und Studienaufenthalte führten ihn nach Damaskus, Beirut und New York; beruflich arbeitete er unter anderem in Ramallah und Tunis und heute im Auswärtigen Amt in Berlin. 1996 reiste er erstmals nach Harduf, seit 2002 regelmäßig zu Bauprojekten an der Begegnungsstätte.
Sie studierte Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft in Freiburg und Leipzig; weitere Stationen waren Jerusalem, Tunis und Paris. Heute arbeitet sie im Jüdischen Museum Berlin. 2009 nahm sie an der Friedensübungswoche in Harduf teil, 2011 begleitete sie eine Studienreise. Seitdem engagiert sie sich im Verein.
Nach Kindheit und Jugend am Bodensee nahm er 2012 und 2013 an zwei Schauspielprojekten und einem Baulager in der Begegnungsstätte teil. Es folgten eine Jahresarbeit und Schülerworkshops über den Nahostkonflikt. Er studierte Political & Social Studies sowie Cultural Management, lebt in Berlin und arbeitet am Goethe-Institut. Seit 2014 gehört er dem Vorstand an und verantwortet seit 2020 die Öffentlichkeitsarbeit.
Aufgewachsen in Dänemark und Norddeutschland, studierte er Philosophie und Judaistik sowie am Priesterseminar der Christengemeinschaft. Seit seiner Priesterweihe 2007 wirkte er als Pfarrer in Berlin und Frankfurt am Main. Mit Harduf ist er seit 1995 verbunden; er gehört zu den Mitinitiatoren des Vereins und der Begegnungsstätte und leitete zahlreiche Bau-, Begegnungs- und Studienreiseprojekte.
Er wuchs in Hannover auf, studierte Politikwissenschaft in Tübingen und Belfast und promovierte an der University of Manchester in Friedens- und Konfliktforschung. Heute lebt er in Hannover und arbeitet in der Energiewirtschaft im Bereich Wasserstoff. Seit 2005 nahm er mehrfach an Bau- und Begegnungsprojekten in Galiläa teil.
Die Juristin, Waldorflehrerin und Pfarrerin der Christengemeinschaft ist seit 1993 eng mit Israel verbunden. Sie leitete zehn deutsch-israelische Jugendlager und zahlreiche Studienreisen und gehört zu den Mitbegründerinnen der Begegnungsstätte Sha’ar laAdam – Bab l’Insan und des Fördervereins. Ihre Erfahrungen hat sie auch in Büchern veröffentlicht.
Seit 2016 ist sie eng mit Sha’ar laAdam – Bab l’Insan verbunden. Als erste Freiwillige des Programms lebte und lernte sie zwei Jahre in der Begegnungsstätte und kehrt seither regelmäßig zurück. Sie begleitet neue Freiwillige, bringt Musik in das Gemeinschaftsleben ein und setzt sich für langfristige Beziehungen, klare Verantwortung und interkulturelle Begegnung auf Augenhöhe ein. Seit 2026 gehört sie dem Vorstand von Tor zur Welt an.