Liebe Freunde!
Längst hätten wir schreiben sollen! Aber nachdem wir erst das Vereinsjubiläum abwarten wollten, holten die Ereignisse uns ein … Mit dem Massaker vom 7. Oktober hat sich die Welt des Nahen Ostens radikal verändert. Seitdem herrscht Krieg im Lande – der längste und brutalste seit Jahrzehnten. Und auch wenn es in der unmittelbaren Umgebung unserer Begegnungsstätte scheinbar ruhig ist – die Grenze zum Libanon ist nah, jeder hat persönliche Geschichten von Trauma und Verlust zu erzählen, und auch die Empathie mit dem Leid der Menschen im weitgehend zerstörten Gaza-Streifen lässt unsere Freunde vor Ort nicht mehr ruhig schlafen.
Vor allem aber ist das Misstrauen im Land in allen Bevölkerungsgruppen gewachsen. Viele haben frühere Bemühungen um Koexistenz innerlich und äußerlich aufgegeben. Und doch – gerade deshalb sind auch neue Initiativen aufgetaucht und bestehende wiederbelebt worden! Das gedeihliche Zusammenleben der Menschen im ganzen Land ist eine existentielle Bedingung für die Sicherheit aller Bevölkerungsgruppen. Unsere Begegnungsarbeit ist umso wichtiger geworden, leistet einen entscheidenden Beitrag zur Stimmung in Galiläa und erfährt viel Anerkennung überall.
Die Zeiten ändern sich schnell in diesen Tagen, und was gerade noch geschrieben wurde, kann schon veraltet sein, bevor es gedruckt vorliegt. Auch das war ein Grund für unsere Zurückhaltung. Aber jetzt wagen wir eine Momentaufnahme und hoffen darauf, dass Ihre Unterstützung gerade in diesen schwierigen Zeiten uns weiter erreicht!
Für den Vorstand des Fördervereins Tor zur Welt … e. V.
Ilse Wellershoff-Schuur